Gesetzlichen Rente


Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Pflichtversicherung aller Arbeitnehmer, für Bezieher von Arbeitslosengeld, Wehr- und Zivildienstleistende, von Pflegepersonen und von Teil der Selbstständigen. Die gesetzliche Rentenversicherung dient als Schutz gegen soziale Risiken des Alters und der Invalidität. Sie wird finanziert durch die geleisteten Beiträge der Versicherten, durch die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und durch staatliche Zuschüsse.

Die gesetzliche Rente bildet die wichtigste Basis für die Altersversorgung in Deutschland. Und doch steht sie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor einigen schwerwiegenden Problemen und Herausforderungen. Die Differenz aus höheren Belastungen durch zu erbringende Leistungen für immer mehr Rentner und verminderten Einnahmen durch immer weniger Beitragszahler wird immer größer. Dies führt zu einer Senkung des Rentenniveaus und damit rückt eine zusätzliche private Altersversorgung ins Blickfeld.

Auf der Einnahmenseite macht sich vor allem die sinkende Zahl von Arbeitnehmern mit Vollerwerbstätigkeiten negativ bemerkbar. Andererseits wird auf Dauer der gesamtgesellschaftliche Alterungsprozess dafür sorgen, dass weniger Menschen für mehr Rentner aufkommen müssen. Besonders dann, wenn in wenigen Jahren die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts ins Rentenalter eintreten.

Außerdem führt eine steigende Lebenserwartung zu einer Verlängerung der Rentenbezugsdauer. Wer in Deutschland heute 60 Jahre alt ist, wird im Schnitt noch 20 Jahre (Männer) bzw. 24 Jahre (Frauen) leben. Lag die Rentenbezugsdauer 1960 noch bei ungefähr 10 Jahren, liegt sie heute bei ca. 18 Jahren.
Auch die Gesamtdauer der Beitragsjahre ist im Vergleich zu früher gesunken, weil Menschen später mit dem Erwerbsleben beginnen und Unterbrechungen des Beschäftigtenverhältnisses heute üblicher sind als in früheren Jahren.

Unabhängig von der gesellschaftlichen Altersstruktur schmälern auch versicherungsfremde Leistungen das Rentenniveau. So werden aus der Rentenkasse Zahlungen entnommen, ohne dass dafür Beiträge entrichtet worden wären. Beispiel für diese Leistungen sind Entschädigungszahlungen für NS- und SED-Unrecht, für Aussiedler- und Zwangsarbeiterrenten oder Kriegsfolgelasten. Der gesetzlichen Altersversorgung werden so finanziell unbedingt notwendige Mittel genommen.

Allein auf die Rente kann man sich nicht verlassen, private Vorsorge ist heute wichtiger als je zuvor.